Retrologistik®

Merck Entsorgungsdienst


Wir sind nicht nur ein Anbieter hochwertiger chemischer Produkte und bieten technischen Support für Ihre Anwendungen, sondern wir unterstützen Sie auch nach der Verwendung unserer Materialien: Retrologistik® – die Lösung für die sichere und einfache Entsorgung von Chemikalienabfällen und Verpackungen.Allgemeine Informationen zur Vermeidung und Entsorgung von Abfällen finden Sie in den nachstehenden FAQs.

Wenn Sie weitere Informationen wünschen, kontaktieren Sie uns bitte.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

1. Ich habe Chemikalienabfälle, jedoch keinerlei Informationen zu den gesetzlichen Entsorgungsanforderungen innerhalb der EU.

Die grundlegenden Definitionen von Abfällen wurden in der Richtlinie 75/442/EWG (Abfälle im Allgemeinen) und in der Richtlinie 91/689/EWG (gefährliche Abfälle) veröffentlicht. Der komplette Text der Richtlinien ist auf folgenden Webseiten nachzulesen: 75/442/EEC und 91/689/EEC

Die wichtigsten Punkte dieser Vorschriften sind folgende:
  • Alle Arten von Abfall (nicht nur chemischer Abfall) wurden im Europäischen Abfallkatalog zusammengefasst und klassifiziert. Dieser Katalog ist gültig und für alle EU-Mitgliedstaaten bindend. Ohne diese Klassifizierung (ausgedrückt in sechsstelligen Zahlen) ist innerhalb der EU keine Abfallentsorgung oder Wiederverwertung von Abfällen möglich.
  • Abfall sollte vorzugsweise wiederverwendet, wiederverwertet oder einer Rückgewinnung zugeführt anstatt entsorgt zu werden.
  • Verfahren zur Abfallbeseitigung sollten nur dann angewandt werden, wenn Verwertungs- oder Rückgewinnungsverfahren technisch nicht durchführbar oder aber nicht sicher oder teurer sind als eine gesetzlich korrekte Abfallbeseitigung.
  • Alle Abfallverfahren (Rückgewinnung sowie Entsorgung) müssen in einer Art und Weise durchführt werden, die für Mensch und Umwelt sicher ist. Dies wird nicht im Detail beschrieben, sodass die Umsetzung dem jeweiligen nationalen Recht unterliegt, was zu individuellen Variationen innerhalb der EU führen kann.
  • Jede Behandlung des Abfallstroms in einer Rückgewinnungs- bzw. Abfallbeseitigungsanlage muss zuvor von den Behörden genehmigt werden. Dies gilt auch für den Transport dieses Abfalls vom Abfallverursacher zur Rückgewinnungs-/Entsorgungsanlage.
  • Jeder Abfalltransport muss dokumentiert werden. Der Umfang der Dokumentation hängt von der Klassifikation des Abfalls ab (gefährlich oder nicht; gemäß Definition im oben erwähnten Katalog). Einzelheiten dieses administrativen Verfahrens variieren von Land zu Land.Bitte informieren Sie sich über die in Ihrem Land geltenden Vorschriften! 

2. Ich habe Chemikalienabfälle und brauche Informationen zu den Entsorgungsmöglichkeiten.

Wenn die bei Ihnen im Abfall landenden Produkte noch originalverpackt sind, könnten Sie vielleicht ein anderes Labor finden, das dafür noch Verwendung hat. Möglicherweise können manche Chemikalien (z.B. Metalle) von einem industriellen Unternehmen verwertet werden, oder man kann die bei der Verbrennung der Chemikalien entstehende Energie verwenden. Um Ihren Chemikalienabfall zu entsorgen, können Sie sich an eine örtliche Abfallbeseitigungsfirma wenden, die über eine Verbrennungsanlage verfügt. Die zweite Möglichkeit ist, chemische Abfälle, die nicht wasserlöslich sind, zu einer spezialisierten Mülldeponie zu bringen. Bitte fragen Sie, ob das Abfallbeseitigungsunternehmen Ihren Abfall zurücknehmen darf.

Empfehlungen zum Ablauf der Abfallentsorgung (basierend auf den in Deutschland geltenden Anforderungen):

Zum Erhalt einer Genehmigung für das Entsorgungsverfahren eines bestimmten Abfallstroms, die sowohl die Rückgewinnung als auch die endgültige Entsorgung umfasst:
  1. Bestimmen zunächst, welches Verfahren angewendet werden soll und mit welchem/welchen Partner/n Sie dafür zusammenarbeiten wollen (unter Beachtung sowohl der Art des Abfalls als auch des Verfahrens).
  2. Kontaktieren Sie dann die zuständigen Behörden zur Erlangung der Genehmigung für dieses Verfahren. Diese Genehmigung ist für jedwede Art von Abfalltransport notwendig.
  3. Bei Ihrem Antrag (Formular) geben Sie bitte (neben anderen Einzelheiten) Folgendes an:
    • Herkunft und Zusammensetzung des Abfalls (detailliert)
    • Name des für die Entsorgung vorgesehenen Unternehmens
    • Geschätzte Abfallmenge pro Jahr (Diese Grenze darf nicht überschritten werden.) Eine solche Genehmigung wird auf fünf Jahre befristet, wobei die geplante Abfallmenge für jedes einzelne Jahr anzugeben ist.
    • Die genaue Angabe des Abfallbeseitigungsverfahrens.
  4. Binden Sie das Entsorgungsunternehmen in diesen Prozess ein: Genehmigung des Verfahrens, logistische Bedingungen etc.
  5. Der Abfall kann erst dann zum Entsorgungsunternehmen transportiert werden, wenn die Genehmigung der Behörden vorliegt.
  6. Weitere gesetzliche Vorgaben im Zusammenhang mit dem Transport von Abfall (z.B. Europäisches Übereinkommen über die internationale Beförderung gefährlicher Güter auf der Straße/ADR) umfassen die Klassifikation des Abfalls, Begleitdokumente, die geeigneten Container sowie Transporter und Fahrer (ungeachtet dessen, wer transportiert) etc.

3. Ich habe Verpackungsabfälle und brauche Informationen zu den Entsorgungsmöglichkeiten.

Merck und VWR International GmbH (Deutschland) werden als Selbstentsorgerunternehmen klassifiziert und geben ihren Kunden mit dem Retrologistik®-System die Möglichkeit, Produktverpackungsmaterialien von Merck oder VWR zur Verwertung zurückzugeben.

  • Das Personal oder das Unternehmen, das die Produkte auspackt, hat keinerlei Verpflichtung zur Rückgabe des Verpackungsmaterials, d.h. es steht unseren Kunden vollkommen frei, diesen Service zu nutzen.
  • Wenn Sie wiederverwendbare Behältnisse zurückgeben möchten, für die Sie Pfand bezahlt haben, wenden Sie sich bitte an Ihren Verkaufspartner.
  • Lesen Sie auch folgende EU-Richtlinie: Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle 94/62/EWG
  • Innerhalb der Europäischen Union (EU) nimmt Merck oder der Hersteller leere Behältnisse und Verpackungsmaterial zurück. Leere Gefäße und Verpackungsmaterialien können außerdem über eins spezielles Sammelsystem (Retrologistik) entsorgt werden.Bitte informieren Sie sich über die in Ihrem Land geltenden Vorschriften und kontaktieren Sie die am nächsten gelegene Vertretung von Merck.
  • Senden Sie Mehrwegbehältnisse (Fässer, Dosen, Gefäße etc.) an den Hersteller zurück. Vor der Rückgabe müssen alle Behältnisse vollständig leer sein und dicht verschlossen werden. 
  • Da Dosen und Fässer in der Regel nicht wirklich tropffrei geleert werden können, deklarieren Sie diese für den Transport bitte als Gefahrengut. Stellen Sie sicher, dass alle Behältnisse mit den entsprechenden Etiketten für das Produkt und für Gefahrengut gekennzeichnet sind. 

4. Ist es möglich, dass Merck verwendete Produkte oder gesammelte Abfälle zurücknimmt?

  • Abfallrückgewinnung und/oder Abfallbeseitigung sollten – wo immer möglich – in dem jeweiligen Land, in dem der Abfall produziert wurde, vorgenommen werden („Umwelt-Autarkie“), es sei denn, ein anderer EU-Mitgliedsstaat kann bessere Behandlungsbedingungen bieten.
  • In den Fällen, in denen der Abfall über Landesgrenzen in einen anderen Staat transportiert werden soll, wird ein sehr detailliertes Genehmigungs- und Überwachungsverfahren gefordert (siehe EU-Verordnung EG/1013/2006 über die Verbringung von Abfällen). Eine Verordnung ist ein Rechtsakt der EU, der in allen Mitgliedsstaaten ohne Adaptation oder Modifikation übernommen werden muss. Dies gilt auch für den Import bzw. Export von Abfall in bzw. aus der EU. Die Verordnung beschreibt im Detail alles, was zu tun ist und was nicht erlaubt ist. Sie gilt auch für Länder, die nicht Mitglied der EU sind.
  • Das System des grenzüberschreitenden Transports von Abfall erscheint auf den ersten Blick sehr kompliziert, ist es aber nicht wirklich, sobald man sich damit etwas näher befasst hat.
  • Die Exportlizenzen sind durch die EU-Verordnung reguliert und gedeckt. Anzuwenden ist das sogenannte Notifikationsverfahren. Dabei sind alle am Transport betroffenen Behörden involviert, und zwar im Exportland, im Importland (Deutschland) und in allen Transitländern. Alle diese Behörden müssen kontaktiert werden und müssen ihre Zustimmung erteilen. Die vereinbarte Notifikation gilt für 1 Jahr und muss dann für das gesamte Verfahren erneuert werden. 
    Sollten Sie beschließen, dieses Notifikationsverfahren selbst durchzuführen, können wir Ihnen gerne Informationen und Beispiele dafür zusenden.
  • Die Transportkosten sind abhängig von Gewicht und Distanz, die Gebühren hauptsächlich vom Gewicht (die diesbezügliche Dimension liegt bei etwa 400 €).